Ich bin neu hier...

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Ronny Quaß
NOHAB-Lehrling
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Ich bin neu hier...

Beitrag von Ronny Quaß » Sonntag 17. Januar 2010, 19:07

Hallo,

ich lese hier schon lange mit. Für was ich mich interessiere? Natürlich, für Nasen... Ich finde die Seiten super informativ. Sonst habe ich das EJ Sonderheft.
Leider kommen die NOHAB in den Großraum Stuttgart recht selten. Deshalb freue ich mich immer über Neuigkeiten.

Eins habe ich allerdings noch nicht gefunden: Die Loks haben nun schon ein Alter von meist um die 50 Jahre. Da müßte es auch mit Ersatzteilen schwieriger werden. Gibt es sowas wie einen internationalen Marktplatz "Wer hat - wer braucht?", um manche Frage leichter zu lösen?

Viele Grüße

Ronny Quaß


MY 1127
NOHAB-Chefmeister
Beiträge: 353
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Re: Ich bin neu hier...

Beitrag von MY 1127 » Sonntag 17. Januar 2010, 23:35

Hallo!
Hast du schon mal was vom Amerikanischen Baukasten gehört?? Diese Lok hat sehr viel davon ( der Motor )kann du alles immer noch laden neu in USA, England oder in den Ländern wo GM Zuhause ist, bekommen. Andere Teile sind ganz einfach Standart und der Rest Blech und Farbe.
Gruss
michael


Framasi
NOHAB-Chefmeister
Beiträge: 465
Registriert: Mittwoch 27. Februar 2008, 01:00
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Re: Ich bin neu hier...

Beitrag von Framasi » Montag 18. Januar 2010, 00:38

Hallo Ronny,

erstmal willkommen im Klub!

Das besondere an diesen Lok ist eigentlich, dass sie heute noch weitgehend im Originalzustand (was den Antrieb angeht) im harten Betriebseinsatz stehen. Und das nach über 50 Jahren! Es gibt kaum eine andere (Diesellok-) Baureihe, auf die das zutrifft. Die ex-DB-V200, die vor allem in Italien seit Jahren laufen, sind alle remotorisiert.

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

- Die NOHABs besitzen einen langsamlaufenden 2-Takt-Diesel, wie er z. T. auch in Schiffen eingesetzt wurde. Langsamläufer sind extrem standfest und fast unkaputtbar. Hier hat GM/EMD gegenüber europäischen Konstruktionen weniger auf Leistung als auf Langlebigkeit gesetzt.

- Der Motor 567C ist ein echter Klassiker und weltweit im Einsatz, unter anderem in den berühmten F7-Loks in USA. Gebaut zwischen 1938 (!) und 1966 sind dermaßen viele Diesel- und die dazugehörigen Elektro-Motoren gebaut worden, dass es reichlich Ersatzteile aus abgestellten Loks gibt. Außerdem sind viele Bauteile auch bei heutigen Motoren noch identisch (Baukastensystem).

- Das dieselelektrische Konzept mit Gleichstrom-Fahrmotoren ist ein unkomplizierterer Aufbau als das in D übliche dieselhydaulische. Die dieselelektrischen Loks sind (damals) zwar schwerer gewesen (deswegen 6 Achsen, was schlecht ist für den Oberbau), aber langlebiger. Zudem war man bei dieselhydraulischen Großdieselloks auf einen Lieferanten (Voith) für die Strömungsgetriebe angewiesen. Schönes Beispiel waren die 221er,die nach Griechenland gingen und dort wegen schlechter Wartung nicht lange liefen. NOHABs hingegen laufen seit Jahren im Kosovo zuverlässig. Die ex-DR-V100 wurden dort jedoch nie in Betrieb genommen. Ganz zu schweigen vom Fiasko der Di6 in Norwegen, über das sich die alten Di3 kaputt gelacht haben dürften.

Fazit:
NOHABs haben nicht nur eine tolle Form und einen Supersound, sondern können auch aus technischer Hinsicht begeistern. Welches andere Transportmittel aus den 50er Jahren steht heute noch im Betriebseinsatz????

Gruß,
Frank


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